Chirurgische Eingriffe

Die Hypothese, dass das Entfernen eines epileptogenen Arealdas SUDEP-Risiko senkt oder sogar normalisiert, untermauern Studien. So wurde nachgewiesen, dass nach epilepsiechirurgischen Temporallappeneingriffen sich die Herztätigkeit selbstständig verbesserte.

 

In einem Beobachtungszeitraum von fünf Jahren war ersichtlich, dass der chirurgische Eingriff bei Temporallappenepilepsie nicht nur die Anfallshäufigkeit, sondern auch die Sterblichkeitsrate positiv beeinflusste. Es bestand also ein geringeres SUDEP-Risiko in der postoperativen anfallsfreien (auch später keine Anfallsrezedive) Gruppe.

 

Auch weitere Studien bewiesen, dass bei erfolgreicher Operation und Reoperation die jeweils anfallsfreie Gruppe das SUDEP-Risiko senkte.

 
Es lässt also die Interpretation zu, dass das Erzielen einer vollständigen oder weitgehenden Anfallsfreiheit mittels chirurgischen Eingriffs das Risiko eines SUDEP vermindert. Dies  spricht dafür, dass SUDEP im Wesentlichen anfallsassoziiert auftritt.
 

Es bleiben jedoch viele Fragen offen, da mit unterschiedlichen Methoden und Gesichtspunkten die Studien durchgeführt wurden und sich so keine absolut gemeinsamen Ergebnisse erzielen ließen. So bleibt der Vergleich von Patientendaten zwischen denen, die für einen epilepsiechirurgischen Eingriff geeignet waren und denen, die ungeeignet und weiterhin medikamentös behandelt werden. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass für den Eingriff geeignete Personen von vornherein ein geringeres SUDEP-Risiko haben.

 

Stand: 2007